Lea Grebe beschäftigt sich mit der Betrachtung von Natur an der Schnittstelle zu Wissenschaft und Technologie. Insekten stehen in ihren Arbeiten exemplarisch für die uns umgebenden Lebewesen und die durch sie belebten Ökosysteme. Ihre Arbeiten reflektieren zudem Techniken der Archivierung und Präsentation in Museen - fasziniert von der unmöglichen Erreichbarkeit einer wahren Ordnung der Dinge, wirkt der Systematisierungswille des Menschen verzweifelt gegenüber der entropischen Unordnung allem Natürlichen.
An Insekten lässt sich das Interesse des Menschen an der Natur auferlegten Ordnungen spiegeln und untersuchen. Der Guss der einzelnen Tiere und Pflanzen in Bronze verweist auf eine Wiederaufbereitung von Natur, welche die lebende Flora und Fauna zu Relikten der Konservierung und Musealisierung transformiert.
Bei der Fokussierung und Überstilisierung einzelner scheinbar unbedeutender Lebewesen geht es auch um die Suche nach einem neuen ökologischen empathischen Denken und einem neuen sensitiveren Zugang zu unserer Umwelt.
Zentral für Grebe ist der Begriff der Transformation. Ein Zustand, der die Möglichkeit und Hoffnung auf Veränderung in sich birgt.
Bei Hatje Cantz ist Grebes Buch Holometabolie erschienen.
Im ITO Raum sind zwei Boxen ausgestellt, die eine geöffnet, die andere verschlossen. Eine der Boxen ist ein Grundstein, ähnlich dem ersten rituellen Stein beim Hausbau. In eine Aushöhlung dieses Steins wird eine kupferne Zeitkapsel eingebettet, mit Zeitzeugnissen befüllt. Der Stein wird anschließend im versteckten Garten, hinter Hideaki Idetsukis „A solitude of place“ seinen Platz finden.
JÜRGEN KRAUSE hat diese Art der „Grundsteinlegung" bereits sechzehn Mal begangen: Seine „Grundsteine" liegen auf dem Altkönig im Taunus, bei Frankfurt, über dem Eingang einer Höhle an der Vézère, in Frankreich, auf dem Grund des Bodensees in 252 Metern Tiefe oder am Hiei-zan bei Kyoto. Diese „Grundsteine" sind die Elemente eines großen Hauses, an dem immer weiter gebaut wird, das keine Türen und keine Fenster und auch kein Dach hat. Ein anderes Gebäude, ein anderes Wohnen: „Ohne einen Wohnort zu haben, entsteht eben dort das Herz“, heißt es im Diamant-Sutra. Die Utensilien für die Grundsteinlegung und die Dinge, mit denen die Zeitkapsel befüllt wird, sind während des Ausstellungszeitraums im ITO Raum zu sehen. Am letzten Tag der Ausstellung wird der Grundstein feierlich befüllt, verschlossen und im Boden versenkt.
Die zweite „Box“ ist eine Toolbox bzw. Werkzeugkiste, die für BesucherInnen geöffnet wird. Darin befindet sich unter anderem ein japanisches Santokumesser: JÜRGEN KRAUSE hat es in Sakai, bei Osaka, von einem Schmied fertigen lassen, um es dann in mehrjähriger Arbeit ausschließlich zu schärfen – auf japanischen Schleifsteinen unterschiedlicher Körnung. Bis vom Messer, das ansonsten niemals benutzt wurde, nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Klinge übrig ist.
Keramik
Keramik
Keramik
Keramik
Keramik
Keramik
Keramik
Matthias Kaiser
Keramik
„Ich hatte schon immer eine Affinität zu Rätseln und Besessenheit. Die alchemistische Umwandlung der Erde in Stein und Glas ist voller Unvorhersehbarem und eine unendliche Quelle des Staunens. Ich konzentriert mich auf die inhärenten Eigenschaften des Materials und auf die Abfolge von Arbeitsschritten, die den Schöpfungsprozess ausmachen. Ich versuche diese Schritte sichtbar zu machen, nicht zu verbergen. Die fertigen Stücke behalten ein heterogenes Aussehen. Sie sind die Summe von unendlich vielen Kombinationsmöglichkeiten aus Form und Oberfläche, Textur und Farbe, Gewicht und Größe. Meine Keramiken enthalten weit mehr als nur einen funktionalen und dekorativen Aspekt. Ihre Poesie liegt in der Balance von Vorsatz und Unfall sowie im Zusammenspiel von physikalischen Eigenschaften.“
Matthias Kaiser studierte an der Parsons School of Design, New York und an der Wiener Fachhochschule für angewandte Kunst. Er absolvierte eine Ausbildung bei zwei japanischen Töpfermeistern in Seto und Karatsu, reiste zwei Jahre auf dem indischen Subkontinent und war 13 Jahre Akhavan (Gehilfe) eines iranischen Derwisch.
Aus einem Gefühl des Schwebens heraus hat Florina Leinß für den ITO Raum eine Ausstellungssituation entwickelt, die den aktuellen Stillstand unserer technisierten Lebenswelt in einen sinnlich wahrnehmbaren Zustand überführt. In der Übersetzung in Form und Farbe, losgelöst von ihrem ursprünglichen Zweck, werden rational bedingte Entitäten zum Reflexionsgegenstand der Sinne.
1:1 Concerts
1:1 Concerts
In Zeiten, in denen das Kulturleben zum Erliegen kommt, wächst das Bedürfnis nach persönlichem Kontakt und einem geteilten musikalischen Erlebnis. 1:1 Concerts ermöglicht ein reales Konzertbedürfnis für je ein*e Hörer*in und ein*e Musiker*in von jeweils zehn Minuten – musikalische Intimität bei sicherem Abstand. Aus einem intensiven Blickkontakt ergibt sich ein persönliches Konzert.
In Kooperation mit dem Staatsorchester Stuttgart sowie des SWR Symphonieorchester, der Stuttgarter Philharmoniker und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.
Termine am 27.05., 05.06. und 06.06.20. Buchungen über die Staatsoper Stuttgart.
Vom Rohen und Gekochten
Jan Jelinek
Vom Rohen und Gekochten
SWR2 Ars Acustica
"Vom Rohen und Gekochten" beobachtet das Künstlerpaar Thomas und Renée Rapedius beim Entwerfen ihrer Papier- und Metallobjekte, den Fotografen Peter Granser bei der rituellen Zubereitung von japanischem Tee, lässt Glas zerspringen, Metall verbiegen und Holz verbrennen. Die so entstandenen Tondokumente halten materielle Transformationsprozesse klanglich fest. Das Ergebnis sind akustische Zustandsbeschreibungen, die zu einer Klangkomposition verwoben werden.
Die fiktive Insel Lemusa (ehemals Santa Lemusa) ist gut dokumentiert: sie liegt heute auf 33º N / 44° W mitten im atlantischen Ozean. Man findet Angaben zu Klima, Bevölkerung, politischen Entwicklungen und kulinarischen Gepflogenheiten. Samuel Herzog, Erfinder der Insel, erzählt die Geschichte von Lemusa seit 2001 in Ausstellungen, Kochkursen, Vorträgen, Publikationen und im Internet. Es werden Städte, Dörfer und Landstriche der Insel vorgestellt, Einwohnerinnen und Einwohner porträtiert, Legenden und Rezepte gesammelt.
Mit der Ausstellung gastiert ein Teil der Insel in Stuttgart und färbt den ITO-Raum für eine Zeit lemusisch ein. Gezeigt wird eine künstlerische Strategie mit Raum umzugehen, Orte und Kulturen zu denken und erfahrbar zu machen. Dokumentarische Elemente geben einen Einblick in die Geschichte der Insel, ein Workshop und eine Lecture mit Samuel Herzog werden Teile der fiktiven Kultur konkret erfahrbar machen.
Während der Ausstellung wird es die Möglichkeit geben, den lemusischen Radiosender RAL zu hören, sich über die Pflanzenwelt auf Lemusa zu informieren und eine spezifisch für die Ausstellung hergestellte Gewürzmischung zu probieren. Außerdem ist eine kleine Publikation in Form eines Kurzreiseführers mit einer Karte der Insel geplant.
Standard
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Shinroku Shimokawa
Standard
Stein und Holz sind die bevorzugten Materialien, die Shinroku Shimokawa für seine Skulpturen einsetzt. Ihn interessieren bildhauerischen Prozesse und die Eigenschaften von Material, Masse, Raum und Zeit. Für seine Ausstellung im ITO Raum untersucht er Standardmaße, aber auch Naturformen und stellt diese einander gegenüber.
Zwischen/Raum im DG Kunstraum München
Zwischen/Raum im DG Kunstraum München
Zwischen/Raum im DG Kunstraum München
Zwischen/Raum im DG Kunstraum München
Zwischen/Raum im DG Kunstraum München
Zwischen/Raum im DG Kunstraum München
Peter Granser
Zwischen/Raum im DG Kunstraum München
Der Zwischen/Raum - ein begehbarer Rückzugsraum für 2 Personen - ist Teil der Ausstellung "Wieder und Wieder. Ritual, Kontemplation, Obsession"im DG Kunstraum München.
Am 28.2.20 findet um 19 Uhr ein Künstlergespräch statt. Des Weiteren lädt Peter Granser am 17.1., 19.3. und 20.3.2020 zur zeitgenössische Teezeremonie. Eine Anmeldung beim DG Kunstraum ist erforderlich.
LIFE IS LIVE
LIFE IS LIVE
LIFE IS LIVE
LIFE IS LIVE
LIFE IS LIVE
LIFE IS LIVE
LIFE IS LIVE
LIFE IS LIVE
Benjamin Badock
LIFE IS LIVE
Benjamin Badock läuft viel und gerne. Im vergangenen Winter verbrachte er so mehr Zeit als sonst im Freien. In diesen Wochen entstanden Zeichnungen, auf denen sich Fragmente der durchlaufenen Räume/Landschaften und Momente anderer Erinnerungen überlagern.
In der Ausstellung begegnen sich Arbeiten, die diese Idee der Überlagerungen und Konstruktionen des Vor-/Über-und Unterbewussten fortsetzen.
Japanische Keramik
Japanische Keramik
Aus Bizen, Shigaraki, Tokoname und Kyoto.
Ein Abend für 10: Wehen
Ein Abend für 10: Wehen
Ein Abend für 10: Wehen
Ein Abend für 10: Wehen
Patrick Suhm
Ein Abend für 10: Wehen
Eine mündliche Erzählung über die Macht des Vergangenen, Verlust und das erotische Rätsel, das uns der Andere aufgibt.
Manchmal ist das Schicksal wie ein Sturm, der unablässig die Richtung ändert. Der Sturm kommt nicht einfach irgendwo her, als hätte er nichts mit Dir zu tun, Du selbst bist der Sturm, etwas in Dir. Also bleibt Dir nichts anderes übrig, als Dich ihm zu stellen.
Auf Basis der Figuren aus Haruki Murakamis Roman »South of the Border, West of the Sun« (Originaltitel: Kokkyo no minami, tayo no nishi). Mit Texten von Jean Beaudrillard, Matthew Berninger, Nat King Cole, Zbigniew Herbert, Alejandro Iñárritu, Haruki Murakami, Helga Nowak und Patrick Suhm.
Patrick Suhm (geb. in Boulder/USA) ist Darstellender Künstler. Er studierte von 2014-2018 im Bachelorstudiengang Sprechkunst an der HMDK Stuttgart, wo er aktuell das gleichnamige Masterprogramm abschließt.
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Tea and Incense Ceremony
Dambi Kim
Tea and Incense Ceremony
Die Incense Ceremony, eine über 2000 Jahre alte Tradition Chinas, die ebenfalls in Japan praktiziert wird, repräsentiert eine spirituellen Disziplin, die einst ausschließlich Gelehrten und Würdenträgern vorbehalten war. Dambi Kim führt sie ins Heute über und wird in einer Zeremonie im ITO und in A Solitude of Place die Besucher daran Teil haben lassen. Zubereitet werden, neben ihren Teekreationen, eine Auswahl von Incense-Sorten wie Hinoki-Zypresse, Hiba und Kampfer.
Wind
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Rikuo Ueda
Wind
Rikuo Ueda baut, fertigt, zimmert und konstruiert für einen anderen Künstler als er selbst. Er arbeitet gleichsam im Duo, er kooperiert mit dem Wind, der sich in seinen beweglichen Vorrichtungen verfängt, die sodann über einen Stift Diagramme auf Zeichenflächen ausführen. So sind Uedas Kunstwerke Botschaften vom Wind, sichtbare Ausdrücke seines launischen Wesens und damit auch Zeichen unserer eigenen, oft vom Sturm der Zeiten geprägten Existenz. Als Zeichnungen stehen sie in der Tradition japanischer Kalligrafie, die im Zufall und den Naturkräften schon immer ihre großen Themen fand.
ITO & Contain´t präsentieren Experimentalfilme aus Japan
ITO & Contain´t präsentieren Experimentalfilme aus Japan
ITO & Contain´t präsentieren Experimentalfilme aus Japan
Makino Takashi & Rei Hayama
ITO & Contain´t präsentieren Experimentalfilme aus Japan
MEMENTO STELLA - Makino Takashi (2018 / 60 min)
Makino Takashi schafft immersive, hypnotische Bewegtbildwelten, die auf Narrative verzichten und deren Maßstäblichkeit zwischen subatomarem Mikrokosmos und interstellarem Nebel zu oszillieren scheint. Begleitet von einer elektroakustischen Partitur des holländischen Musikers Reinier van Houdt dematerialisieren die Abbilder unserer sichtbaren Realität. Ihre Flächen und Konturen lösen sich auf in Partikelströmen und pulsierenden Schwaden, die einen Sog entwickeln, der seine Betrachter_innen regelrecht absorbiert.
IN SEARCH OF COLOUR - Rei Hayama (2017 / 42 min.)
Rei Hayamas Filme handeln von der Natur und den Lebewesen, die aus ihrer Sicht zu wenig Beachtung finden oder verlustig gehen. Durch abstrakte Film- und Videoarbeiten mit Ton, poetischen Versen und symbolträchtigen Bildern sucht Rei Hayama die harmonische Verbindung zwischen Natur und Mensch und bringt die unsichtbaren Schichten unserer natürlichen Realität in die menschliche Vorstellungskraft.
In Kooperation mit contain´t und mit freundlicher Unterstützung des Kulturamt Stuttgart.
Saal Lubitsch, Delphi Kino Stuttgart.
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
The long way home
Shirley Cho
The long way home
Die australisch-koreanische Künstlerin Shirley Cho verarbeitet in der eigens für den ITO-Raum konzipierten Installation „The long way home" ihre sehr persönliche Familiengeschichte. Sie hinterfragt Kindheitserinnerungen, geht Fragen nach Identität und Heimat nach und thematisiert die Beziehungen von Objekten zueinander. Hierfür setzt Shirley Cho verschiedene Materialien ein, wie z. B. Ton, Papier, Stoffe, Blattsilber, Moos, Bambus oder Bronze. Die Installation wird sich während der gesamten Ausstellungsdauer regelmäßig wandeln, sei es durch veränderte Platzierung oder Hinzufügung neuer Objekte.
„I must have flowers, always, and always“. Claude Monet
Im Winter 2019 präsentiert ITO die Arbeit „Flowers from Shandaken“ des amerikanischen Konzeptkünstlers David Horvitz.
Für diese Arbeit wurden Wildblumen aus Shandaken, einem kleinen Ort an der amerikanischen Ostküste, über einen längeren Zeitraum hinweg in 12 separaten Briefumschlägen an die Empfängerin nach Stuttgart gesendet.
„Flowers from Shandaken“ steht in der Tradition der Mail Art und dreht sich sich um Themen wie das Reisen und „Unterwegssein“. Bevor er sich auf den Weg macht, plant David Horvitz ganz konkret festgelegte Routen, Strecken und Wege. Zugleich wird aber auch, wie in vielen seiner Arbeiten, die Frage nach Distributionswegen verhandelt und der direkte Austausch mit dem Betrachter / Empfänger ins Zentrum gestellt.
Die Präsentation der Arbeit im Projektraum ITO wird begleitet von wechselnden floralen Installationen von Blooms. Die Ausstellung ist eine Kooperation von ITO mit Blooms/Regina Fasshauer.
occupied and unoccupied spaces
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Jörg Gelbke
occupied and unoccupied spaces
Jörg Gelbkes Skulpturen entstehen oftmals in mehreren Phasen. Der Abdruck einer genormten vierkantigen Eisenstange beispielsweise wird in verschiedene Materialien wie Ton, Gelatine und Bronze umgeformt. Die Abgüsse werden über einen bestimmten Zeitraum hinweg Prozessen der Verformung unterworfen. Der Tonabdruck wird Luftgetrocknet, der Gelatineguss 10 Wochen eingegraben und einem natürlichen Verfall überlassen und der Bronzeguss dem Feuer ausgesetzt. Das verformte Material wird dann erneut in Metall gegossen. Die Risse des luftgetrockneten Tons oder die sich verflüssigende Form der Gelatine sind nun in Bronze fixiert. Der skulpturale Vorgang ist sehr stark von Material und Zeit geprägt und einem ungewissen Ausgang unterworfen. (Maria Tanbourgi, „focus processual“)